Mein Leben vor und nach dem Herpes

Ich habe jahrelang unter den lästigen, juckenden und unansehlichen Herpesbläschen an der Lippe gelitten. Das erste Mal verspürte ich das Kribbeln an der Lippe, als ich in der Endphase meines Studiums war. Aus den kleinen Bläschen entwickelte sich eine Herpesgeschichte, die ich als meine persönliche Leidenszeit bezeichne. Immer wieder bildeten sich die juckenden Blasen an der Lippe, die oftmals fast über meinen gesamten Mundbereich reichten und ca. zwei Wochen mein Leben bestimmten.

herpes

Damals ging ich zu einem Arzt, der mich darüber aufklärte, dass die Erstinfektion in der Regel symptomlos ist und das Virus mein Leben lang in einem Ruhezustand meinen Körper besiedelt. Fachsprachlich wird dieser Ruhezustand als „Latenz“ bezeichnet. Die Herpesinfektion trägt den medizinischen Namen „persistierene Infektion„. Die Therapie kann diese Persistenz nicht beenden, aber es wird versucht, die Vermehrung des Herpesvirus zu verhindern, wenn dieser wieder aktiv wird. Ich war regelrecht geschockt, denn das bedeutete, dass ich immer wieder mit den Bläschen, dem Jucken und der Spannung der Haut rechnen müsste.

Permanente Angst vor neuen Bläschen

Ich entwickelte eine regelrechte Panik vor dem nächsten Kribbeln der Lippe, denn dann folgten unweigerlich die Bläschen und ich war für zwei Wochen eingeschränkt. Nicht körperlich, sondern seelisch. Immer diese mitleidigen Blicke auf meinen Mund und die leicht angeekelten Züge in den Gesichtern, wenn ich zur Arbeit ging oder zum Einkaufen. Zudem entwickelte ich eine Hygienesucht, die damit verbunden war, dass ich Kosmetik permanent erneuerte, weil ich Angst vor neuen Infektionen hatte. Mein Leben mit Herpes zog sich über fünf Jahre. Zahlreiche Mittelchen verschafften mir lediglich die Erleichterung, dass beim Abklingen meine Haut nicht so spannte.

Mein Weg in die Freiheit

Ich wollte einen Urlaub fernab vom Mainstream machen und mich ganz auf mich konzentrieren. Da ich Geld gespart hatte und mein Arbeitgeber mir ein Mini-Sabbatical von vier Monaten ermöglichte, fuhr ich alleine mit dem Auto los. Nach zwei Monaten bemerkte ich, dass die Bläschen an der Lippe ausblieben, obwohl ich aus Gläsern an Strandbars trank und meine Nase in die Sonne streckte.

Die Erleuchtung

Ich war alleine in einer Bucht, als ich erleuchtet wurde. Es war keine übertriebene Hygiene nötig, kein Meiden von Gläsern in Bars und auch keine Vermeidung von Umarmungen. Es war mein innerer Stress, der die Bläschen nährte. Ständig war ich angespannt. Zu dem beruflichen Stress gesellte sich Freizeitstress und der Stress vor den Herpesbläschen. Ich lernte auf verschiedenen Webseiten und Büchern meinen Lippenherpes zu bekämpfen, was letztendlich eine große erleichterung zur Folge hatte. Ich hatte auch einen Freund dem ich durch mein neus Wissen helfen konnte seinen Herpes Simplex loszuwerden. Ich schätze dass viele ihre Probleme mit Herpes so in den Griff bekommen, da man große Chancen hat wenn man eigentlich erst einmal verstanden hat was man bisher falsch gemacht hat und wie es richtig geht.

Entspannt und befreit

Meine Auszeit ist zwei Jahre her. Seit dem Buchttag (so nenne ich meine Erleuchtung) habe ich keine Bläschen mehr gehabt. Ich entspanne mich und sorge für mich. Nicht nur finanziell, sondern emotional. Ich bin befreit und habe keine Angst mehr vor dem Herpesausbruch, denn ich weiß, dass mein Herpes eine Reaktion auf mich selbst war. Statt mich um mich zu kümmern, habe ich mich um den Herpes gekümmert. Heute ist es andersherum und ich lebe ohne meine lästigen Gefährten, trinke in Bars aus Gläsern . Ich habe begonnen zu Meditieren und beschäftige mich viel mit Viruserkrankungen, wodurch sich mein Wissen stets erweitert.

Abschliessend möchte ich euch noch diese Doku ans Herz legen, damit ihr mal genau versteht was im menschlichem Körper so passiert und wie es zu solchen Viruserkrankungen wie Herpes kommen kann.


Liebeskummer durch Herpesbefall


Herpes im akuten Zustand ist unangenehm und unansehlich. Zu dem Kribbeln,  Jucken und den Bläschen gesellt sich das Gefühl, dass jeder auf den Mund schaut. Bei mir gesellt sich zu dem Gefühl noch Herzschmerz, denn meine Freundin hat sich von mir getrennt, weil ich immer wieder die lästigen Bläschen habe.

lbk

Das erste Mal und immer wieder

Ich war mit meiner Freundin ca. zwei Monate zusammen, als ich den ersten Herpesausbruch hatte. Natürlich habe ich mich mit Herpespflaster bewaffnet und sogar einen Abdeckstift in der Parfümerie gekauft, um die sichtbaren Spuren zu beseitigen. Meine Freundin Marion bemerkte natürlich sofort, dass etwas nicht stimmte, denn ich begrüßte sie mit einem Wangenkuss. Marion reagierte gelassen und meinte, dass wir eben nur kuscheln können. Trotzdem merkte ich, dass Marion sich distanzierte und meine Nähe eher mied, als suchte. Nachdem mein Herpes abgeklungen war, wollte Marion mich trotzdem nicht küssen. Auch sexuell distanzierte sie sich von mir. Nachdem ich sie fragte, was los sei, wich sie aus. Zwei Wochen später zeigten sich die Lippenbläschen wieder.

Ende der Beziehung

Ich weiß noch genau, wie Marion mich anblickte, als sie mich sah. Angewidert wollte sie mich noch
 nicht einmal umarmen. Ich fragte sie, was los sei und Marion antwortete, dass ich ja schon wieder
 diese „Ekelbläschen“ habe. Ich entgegnete, dass das keine Ansicht sei‘ und ich deswegen kein
 anderer Mensch bin. Marion und ich stritten heftig.

Liebeskummer statt Schmetterlingen im Bauch

Marion trennte sich von mir, weil sie sich vor dem Herpes ekelte und sie Angst hatte, selbst Herpes
 zu bekommen. Ich bin traurig, einsam und habe schon wieder kleine Bläschen am Mund. Manchmal denke ich, dass Marion oberflächlich ist und sie mich nicht verdient hat. Doch dann denke ich, dass ich
sie verstehen kann.

Keine Frau will einen Freund, den sie öfters nicht küssen kann. Der Arzt
 meinte, dass Herpes immer wieder ausbrechen kann. Vor allen Dingen, wenn man unter emotionalem Stress leidet. Das hilft mir auch nicht weiter, denn ich kann Marion nicht vergessen.

Keine Aussicht auf Versöhnung

Natürlich kann ich nichts für meine Herpesinfektion, aber sie ist die Ursache für meinen
 Liebeskummer. Je mehr ich leide, desto schlimmer ist der Ausbruch. Letzte Woche habe ich zufällig Marion getroffen und hatte wieder diese unansehlichen Bläschen an der Oberlippe. Marion war 
freundlich, doch distanziert. Ich sah die Abscheu in ihrem Blick und sie wollte schnell weg. 
Angeblich zu einem Termin beim Arzt, obwohl es Sonntag war. Ich weiß, dass mein Anblick sie in
  ihrer Entscheidung bestätigt hat. Mir geht es schlecht und ich wache jeden Morgen mit einem schrecklichen Gefühl der Leere auf. Mein Herpes ist mir treu, obwohl ich ihn nicht mag und er mir
 mein Glück zerstört hat. Vielleicht treffe ich irgendwann eine Frau, die mit meiner Schwäche 
leben kann. Marion antwortet nicht mehr auf meine Nachrichten. Ich habe erfahren, dass sie einen 
neuen Freund hat, der mir zwar ähnlich sieht, aber keinen Herpes hat. Ich hoffe, dass ich bald
 wieder lachen und endlich die gemeinsamen Fotos in die Schublade packen kann.